Namibia Reisetagebuch – Cross Border

Drei Länder in zwei Tagen. Dreimal eine Grenze überschritten, unzählige Formulare ausgefüllt. Grenzen sind immer hässlich. Grenzen sind immer dreckig. Die Menschen voller negativer Unterstellungen. Manchmal gibt es schöne Bäume an den Grenzen, sie wuchsen in einer anderen Zeit, sie waren vor den Grenzen da. An der Grenze nach Botswana sehen wir zum ersten Mal Baobabs. Menschen sind winzig neben ihnen. Menschen werden winzig unter den kühlen gleichgültigen Blicken übergewichtiger Grenzbeamtinnen, die einreisewillige Touristen auf Herz und Nieren, auf eingeschleppte Plastiktüten, Milchprodukte und Coronaviren testen. Das dauert und ist zum Abgewöhnen. Kaum jedoch hat man die Grenze hinter sich gelassen, schwindet der Argwohn. Die Menschen sind freundlich, sie lächeln, jeder Kontakt beginnt mit „How are you?“ und ich mache eine kleine Konversation daraus, indem ich zurücklächle und sage: „Fine, and how are you doing?“ Sie antworten immer. 

Der Chobe (sprich Tschoabiii) Nationalpark wartet mit badenden Elefanten, Wasserbüffeln und Nilpferden auf uns. Mit Vögeln, kleinen und großen, sowieso. Drei Stunden River-Safari vergehen im Nu.

Das Wasser dominiert auch am Folgetag: Ausflug zu den Viktoriafällen. Wir haben einen Transfer mit einheimischen Fahrern gebucht, was das Procedere an der Grenze nach Simbabwe erleichtert, wenn auch kaum verkürzt. Die Driver sind unglaublich nett und fürsorglich, begleiten uns in die Baracken mit den Grenzschaltern, helfen uns beim Ausfüllen der Visa. Unsere Passnummern können wir allmählich im Schlaf. 

Nach einstündiger Fahrt, während sich das Wetter eintrübt, Ankunft in Victoria Falls. Die Fälle kündigen sich an, bevor man sie sieht: mit Nieselregen und Hintergrundrauschen. Ein Spazierweg mit Aussichtsplattformen führt auf der gegenüberliegenden Seite der Abbruchkante entlang, von der die Wassermassen des Sambesi herabdonnern. Es ist laut, es ist nass, es ist atemberaubend. Zuerst kommt die Dusche von vorne, dann kommt sie von hinten und von der Seite und schließlich kommt sie auch von oben. Und wie! Ein Tropenschauer geht nieder. Wahnsinn! Von wegen die Viktoriafälle führen kein Wasser!

Im Nu ist alles durchnässt, kein trockener Faden mehr am Leib, das Regenzeug, das wir mitgenommen haben, kannst den Hasen geben! Also gut! Wir wollten Abenteuer und wir bekommen Abenteuer; wenn kein anderes zu kriegen ist, nehmen wir auch eins von der nassen Sorte. Irgendwann geht es nur noch darum, den Inhalt des Rucksacks zu schützen, vor allem die Kamera. Wie lang das dauert, an diesen Fällen entlangzugehen, ein ganz anderes Kaliber als die Niagaras ist das. Als wir fast am Ende des Spazierwegs sind, lässt der Regen nach. Was für eine Wohltat die Sonne, die im Nu die Kleider trocknet wie ein Fön. Nach Erlebnisbad Sauna! Ein Genuss, im Anblick der tobenden Fälle nasse Kekse zu essen und Nasses zu trinken, das auch noch schmeckt!


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